Badehosenverein?

Seit über 50 Jahren gibt es die DLRG in Bensberg und seitdem gehört die Bekämpfung des Ertrinkungstodes zu ihren Hauptaufgaben. Den wohl wesentlichsten Beitrag dazu leistet die Ortsgruppe in der Schwimmerlernung und Ausbildung von Rettungsschwimmern und verhindert somit, dass Schwimmer und Wassersportler unnötig in Gefahr geraten.

Doch wer hilft, wenn es doch dazu kommt und eine Person im Eis einbricht, im Rhein treibt oder vom Hochwasser eingeschlossen ist? Dafür gibt es den Bereich Einsatz. Hier geht es um die Fortbildung von Rettungsschwimmern und die Verwendung verschiedenster Rettungsgeräte.

Vorbei sind die Zeiten als die DLRG ein Badehosenverein war. Mittlerweile stehen Motorrettungsboote, Fahrzeuge, umfangreiche Sanitätsmaterialien, Funkkommunikation, Lichteinheiten für die Beleuchtung der Einsatzstellen und spezielle Ausrüstungen für das Tauchen und die Strömungsrettung zur Verfügung.
Diese Materialien werden beim Wachdienst an Nord- und Ostsee, an Binnengewässern, wie dem Fühlinger See, an Talsperren oder dem Rhein sowie beim Katastrophenschutz und zur Unterstützung bei Einsätzen der Feuerwehr genutzt.
So ist die DLRG Bensberg jedes Jahr am Wachdienst und bei der Absicherung von Großveranstaltungen, wie dem Summer Jam oder den deutschen Wakeboardmeisterschaften am Fühlinger See, beteiligt.

Einmal im Jahr übernimmt Bensberg, zusammen mit den Ortsgruppen aus Bergisch Gladbach, Overath und Rösrath, für ein Wochenende dort die Wachbereitschaft.
Ein gewöhnlicher Wachtag beginnt mit der Ansprache des Wachleiters und der Einteilung in Bootsmannschaften, Sanitäts- und Schwimmerposten am Ufer und Leitstellenfunker.
Hauptaufgabe ist natürlich das Beobachten der Wasserflächen. Dazu gehören die Hilfe bei Schwimmern in Gefahr, gekenterten Ruderern und Tauchunfällen. Die Aufgaben beschränken sich jedoch nicht nur auf Wasserunfälle, sondern beinhalten auch andere Hilfeleistungen, wie Pflaster kleben und das Versorgen von Bienenstichen  sowie schwerwiegenderere Notfälle, wie Verbrennungen bei Grillunfällen und gestürzte Radfahrer.

Damit der eigene Spaß dabei nicht zu kurz kommt, werden die Aufgaben im Laufe des Tages getauscht, sodass jeder einmal Boot fahren darf. Nebenbei gehen wir auch selber schwimmen, schnorcheln oder machen kleinere Übungen.

Nach Wachende werden dann die benutzten Materialien gereinigt und für den nächsten Tag vorbereitet. Zum Abschluss des Tages sitzen alle dann noch in gemütlicher Runde zusammen, reden und grillen.

Um auf Ernstfälle gut vorbereitet zu sein, organisiert die DLRG Bensberg Übungen und Fortbildungen, oder nimmt an den Übungen und Ausbildungen anderer Ortsgruppen teil. 

Wir üben zusammen mit den Bergisch Gladbacher DLRGler das Bootfahren auf dem Rhein, das richtige Funken und die sanitätsdienstliche Versorgung von verletzen Personen.
So fand – organisiert von der DLRG Rheinisch Bergischer Kreis, Köln und Leverkusen - das "Baywatchcamp" statt, um interessierten Wachschülern ab 12 Jahren die Möglichkeit zu geben, ein Wochenende lang erste Erfahrungen mit Boot fahren, Rettungsgeräten,  Sprechfunk und anderen "wachdienstrelevanten Dingen" zu machen. 

Ab 16 Jahren können Rettungsschwimmer dann regulär am Wachdienst teilnehmen und sich, über die erste Hilfe hinaus, zu Sanitätern oder Bootsführern ausbilden lassen.

Das wohl Anspruchvollste im Bereich Einsatz besteht in der Teilnahme am Katastrophenschutz und der allgemeinen Gefahrenabwehr, also in der Unterstützung der Feuerwehr bei akuten Einsätzen.
So wurde die DLRG im Rheinisch Bergischen Kreis, darunter auch ein Mitglied der DLRG Bensberg, für die Hochwasserlagen in Ostdeutschland und Westfalen, sowie bei zahlreichen Einsätzen an der Wupper um Hilfe gebeten. 

Der wohl bekannteste Einsatz ist der tragische Busunfall in Radevormwald, bei dem ein Linienbus in Richtung der Wupper stürzte.

Bei diesen komplexen Einsätzen ist Spezialwissen erforderlich. Daher gibt es im Katastrophenschutz weiterführende Ausbildungen zum Rettungstaucher, Trupp-, Gruppen- , Zugführer und Strömungsretter. 

Strömungsretter sind speziell trainiert und ausgerüstet für schnell fließende Gewässer, wie Wupper, Agger oder Sülz bei hohem Wasserstand.  Sie sind schneller vor Ort und können auch an unwegsamen Stellen, wo Motorrettungsboote nicht fahren können, tätig werden. Zudem sind Strömungsretter in der Lage Hochseilsysteme aufzubauen und werden in Hochwassergebieten zur Evakuierung und Versorgung der Bevölkerung gebraucht.

Manchmal gibt es aber auch Einsätze bei denen der Spaß im Vordergrund steht, z. B. die Absicherung des Wupperflößens oder des Badewannen- und Entenrennens auf der Sülz im letzten Jahr, bei denen die Teilnehmer mit selbstgebauten Wassergefährten die Flüsse hinabtrieben und auch schon mal umkippten.

Wer Interesse hat den Bereich Einsatz näher kennenzulernen und beim Wachdienst oder einer Übung mal mitmachen möchte, kann die Einsatzleitung, direkt oder per E-Mail unter einsatz@og-bensberg.de ansprechen.